Ein Mal quer durchs Land, bitte!
- Im Zug
- 12. Dez. 2011
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 28. Sept. 2020

Endlich! Ich muss zugeben, dass sich neben dem Auto der Zug zu meinem absoluten Lieblings-Fortbewegungsmittel auf diesem Planeten entwickelt hat. Das liegt nicht nur daran, dass sie mit Abstand das sauberste Fortbewegungsmittel sind, nein, du sitzt drin, hast deinen kleinen Mikrokosmos, von dem du genau weisst, wie lange du mit ihm und dir selbst aukommen musst. Du braucht dich nicht zu entscheiden, was du tust, nein du schaust einfach hinaus und lässt es geschehen.
Nun, 26 Stunden lang schlängelte sich der Zug der Weltberühmten Crescent Line über erstaunliche Bauten von New Orleans übers Meer hinaus aufs Festland und dann durch die Staaten Lousisiana, Mississioy, Alabama, Georgia, South und North Columbia, Virginia bis hinauf nach Washington Dc. Ich hab davon aber reichlich wenig mitgekriegt, denn ich habe entweder geschlafen (als wahrscheinlich Einziger. Die Amerikaner können so was nicht im Zug) Filme gekuckt oder meinem Schwarz-Muslimischem Sitznachbarn beim versenden seiner Moschee-Bilder auf seinem iPhone geholfen. Rasheed war sein Name. Ein richtig toller Kerl, der von sich aus meine Bilder der Reise sehen wollte. Er war schlicht beeindruckt. Und als ich ihm davon erzählte, mit wie wenig Geld so eine Reise eigentlich möglich wäre, wenn man sie gut plant und auf Luxus verzichtet (nicht so wie ich), schluckte er zwei dreimal leer.
CHF 18 000 hat mich das Vergnügen bis heute etwa gekostet. Es wäre günstiger gegangen.
Ich habe inzwischen mit dem Amerikanischen Folk Freundschaft geschlossen und parliere inzwischen mit jedem, ob Penner oder Wirtschaftsboss. Dementsprechend passe ich mein Auftreten und meine Geschichte etwas an. Vor allem beim Penner, damit er endlich aufhört nach Geld zu fragen und wir anständig sprechen können.
Ich freue mich sehr auf Washington. Es wird Hardcore-Sightseeing. Ich bin ein grosser Fan der Rollenspiel-Serie Fallout 3, die in der Stadt spielt, nachdem die Russen sie in den 60ern Atomar zerbombt haben. Ich freue mich durch die original Schauplätze zu wandern und mal wieder richtig gas zu geben. Ich habe keine Lust Leute kennen zu lernen gerade. Daher passt das auch.
Als wir ankommen, realisiere ich, wie fest ich in meinen Gedanken gewesen sein muss. Ich hatte 26 Stunden lang weder gegessen, noch getrunken – ohne je ein Bedürfnis danach gehabt zu haben.





















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