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  • Choroni
  • 3. März 2013
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 28. Sept. 2020


Noch immer habe ich mein Quartier im Wald ca. 300 Meter entfernt vom Strand. Ich habe wunderbar geschlafen und konnte alles für den heutigen Tag und anstehende Nacht in meinem Dschungelcamp vorbereiten. Dann sollte ich eine wunderbare Begegnung haben, die mich im Anschluss folgende Zeilen schreiben lies:

Also doch, was erst nach Regen ausgesehen hatte, wurde eine der klarsten Nächte Venezuelas. Die Wellen brechen mit einer Wucht gegen unsere Körper, dass es uns schwer fällt, aufrecht zu stehen. Das Wasser sucht sich den direkten Weg. Doch unser Feuer lodert in unseren Herzen und zeigt uns den Weg zurück wo wir herkommen - vom wesentlichen. Entfacht durch Palmblätter, Bambus und mit trockenem Kokos am leben erhalten, spendet es Licht, das zusammen mit der Erleuchtung von Chris und Katinka mich erinnert, auf welchem Pfad ich gehe. Oft in einer Traumwelt gelebt und mit Luxus kompensiert, holen mich die zwei in kurzer Zeit mit einem Lächeln auf die Erde zurück. "Kann es etwas Besseres geben?" rufen wir in die Wellen, die sich um unsere Nacktheit, so wie wir, einen Scheissdreck scheren.

Die letzten Tage schoss es mir immer und immer wieder durch den Kopf. Bald verlasse ich diesen Kontinent. Viel habe ich erlebt - es war gut. Aber etwas war auf dieser 2. Reise anders.

Menschen wie Lukas, Michel, Ben, Frida oder Emma haben die ersten grössten Abenteuer geprägt. Als Team hat man Aufgaben auf sich genommen. Mongolei, dem Herzen nach durch Neuseeland oder Quer durch Tibetisches China auf eigene Faust, hätte es ohne diese Menschen nicht gegeben. Ich erzähle Chris davon und während meine Worte über die Lippen gehen und ich in seine gespannten Augen blicke, stelle ich fest, alleine hätte ich das wohl nie gemacht. Ich vergleiche mit meiner Zeit hier und ich stelle etwas fest.

Vielleicht war ich anders, bestimmt war ich anders. Doch der Schlag der Menschen, die ich traf, waren anders. Es ging ihnen andere Dinge. Ich konnte wenig bis nichts mit ihnen Anfangen. Klar, wir hatten auch Frauen und hatten Sex. Aber anders - wir haben die Magic Bubble geschätzt und nicht die Masse. Wir hatten eine Klasse, die auf diesem Camino mässig weder gefragt noch vorhanden war.

Mit Elodie und Jenny war die Zeit fantastisch und hat unsere Freundschaften mit einer Apollo in neue Sphären geschossen. Jedoch war die Zeit zu kurz und Abenteuer wie "in kurzer Zeit viel sehen". Das war wunderschön. In der Zeit wo genügend Platz für Abenteuer war, fehlte jedoch jemand, es zu Teilen. Einen Partner. Ich schaue Katinka und Chris an. Zwei so junge Menschchen, die das alles Zusammen machen, die ein riesen Team sind und sich so allem Stellen, was ihnnen entgegen kommt. In mir sprudelt es wieder vor Tatendrang und ich denke an all die Sachen, die ich nicht gemacht habe, obwohl vorgenommen - weil es Momente sind, die zu Teilen sind.

Die letzten Tage im Dschungel haben gut getan.

Weiter brechen die Wellen über meine Schultern. Ich halte dagegen und spüre wie stark ich eigentlich bin. Ich schlafe in den Bäumen und esse aus dem Fluss. Wo kein Abenteuer ist, da mache ich mir eines und würde ich nicht morgen bereits nach Caracas fahren müssen, dann würde ich wohl noch ein Weilchen mit den Zwein sein, die mich heute Abend daran erinnert haben, um was es geht. Teilen ist alles. Und wo kein Partner ist, da bist du, lieber Leser. Ich wünschte du wärst hier und würdest das sehen und mit uns spüren.

Ich glaube ich bin nun bereit.

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DER AUTOR - LUKAS MARCHESI

Individueller Massentourist, Tourismusfachmann und Ex-Polygraf mit der Liebe zum Entdecken und Festhalten in Wort und Bild. Süchtig nach Reiseideen. Kennt den ÖV der Welt auswendig. 
Tatsächliche Reiseerfahrung von 1400 Reisetagen Weltweit. 

​© 2020 - Operation Rückenwind by Lukas Marchesi

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