top of page

Taieri Gorge Railway – Sightseeing Dunedin

  • Dunedin | 12 °C regnerisch
  • 4. Apr. 2011
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 2. Okt. 2020


Nein, «Gorge» hat nichts mit «soutien-gorge» zu tun. Im englischen ist das eine Schlucht, ein Canyon und den will ich heute bereisen. Da endlich alle meine Kredit- und EC-Karten wieder mitspielen, kann ich mir das auch leisten. Eigentlich super, wenn die mal nicht funktionieren. Man spart eine Menge Geld ^^.

Ich mag Züge. Und noch mehr mag ich Züge, die durch schöne Gegenden fahren. So der Taieri Gorge Railway. Spontan gebucht, gehts auch schon zum Bahnhof. Ich habe ja die Tage nicht wirklich ne Ahnung, wie ich weitergehen möchte. Der Zug hilft mir dabei auch nicht wirklich weiter, weil er nämlich nach Dunedin zurückfahren wird. Neben einem richtig tollen Oldschool-Ride auf der Goldgräberstrecke, bringt mir dieser Trip erstaunlich viel Spass. Im Wagon C, wo ich meinen Platz habe, ist nämlich nur noch jemand anwesend. Anna, eine ganz liebe deutsche Dame, mit der ich mich sofort super verstehe – und die keinen Freund hat. Jedenfalls nicht so richtig ^^.

Wir geniessen zusammen die Fahrt, schiessen tausende Fotos, sitzen auf der Plattform am Ende des Zuges und lassen die Füsse hinunterbaumeln. Ihr Vater ist Eisenbahnfan und so hat sich das auch auf sie übertragen. Allgemein hat sie einen recht interessanten Charakter, welcher durch ihren starken Bezug zur Kirche noch interessanter wird. Warum sind Kirchenmädels immer so gutaussehend? Als würden wir uns schon lange kennen, rocken wir die Fahrt zu Ende, plappern durch Tunnels, labern die Täler voll und verabreden uns, doch noch etwas den Tag zusammen zu verbringen. Warum nicht? Ich muss zwar zugeben, dass ich inzwischen langsam etwas Angst habe, mich auf Leute einzulassen, die andere Pläne haben, wie ich. Aber in dem Fall ist es richtig, habe ich jetzt einfach mal entschieden. Für den Fall, dass ich traurig sein sollte, habe ich inzwischen vorgesorgt – mit Schokolade! Hehe, jawohl, wir sind in der Schokoladenfabrik gewesen. Hier in Dunedin wird nämlich die feinste Schokolade Neuseelands hergestellt – sagen auf jeden Fall die Hersteller. *lach* Für die allgemeine Belustigung sorge natürlich wieder mal ich, muss ich doch als Einziger neben einem Haarnetz auch noch ein Bartnetz tragen. Erinnert mich irgendwie an Benjs Vermummungstaktik. Man macht sich ja gern zum Affen :)

Als Abschluss des Dunedin-Sightseeing-Tages reiten wir noch einen Bus an die Baldwin Street, die laut «Guinness Buch der Rekorde», die offiziell steilste Strasse der Welt ist. Nicht schlecht gucken wir da. Das Ding ist echt riiiichtig steil! Die Touristen machen sich da gerne einen Spass daraus und versuchen mit ihren Mietkarren da hochzufahren. Die Einheimischen wissens besser und nehmen gleich mal 200 Meter Anlauf, ansonsten ist es nicht zu schaffen. An der Strasse wohnen doch ziemlich viele Leute und oben ist ne Sackgasse … Es braucht schon ziemlichen Humor und einige PS um da zu wohnen. Ich amüsiere mich jedenfalls bestens :D Die Anna im Übrigen auch. Wir schmuggeln uns bei uns ins Hostel rein und schwingen nach überlegten Einkäufen die Kochlöffel.

Nun ja, der Abschied fällt tatsächlich wieder schwer und jedes Mal fühlt sich das Ganze noch etwas heftiger an. Gentleman wie ich bin, begleite ich die Dame natürlich noch nach Hause. Wir schmieden also Pläne. Schönwetterprogramm: Sie fährt per Autostopp weiter gen Süden und ich mache morgen eine Wildlife-Tour hier in Dunedin. Ich seh mich schon im afrikanischen Savannen-Jeep durch die Prärie brettern *grins* – sollte es regnen, bleibt Anna hier und wir machen uns nen schönen Tag. Ich hoffe zum ersten Mal auf Regen. =)

Kommentare


Anchor 1
DER AUTOR - LUKAS MARCHESI

Individueller Massentourist, Tourismusfachmann und Ex-Polygraf mit der Liebe zum Entdecken und Festhalten in Wort und Bild. Süchtig nach Reiseideen. Kennt den ÖV der Welt auswendig. 
Tatsächliche Reiseerfahrung von 1400 Reisetagen Weltweit. 

​© 2020 - Operation Rückenwind by Lukas Marchesi

bottom of page