Schönes Yangshou – Ticketodyssey.
- Guilin - Yangshuo
- 8. Aug. 2011
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 5. Okt. 2020

In China funktioniert das mit dem Zugtickets in etwa so: Etwa vier Tage vor Abfahrt gelangen die Karten in den Verkauf. Ab dann kann man sich am Ticketschalter anstellen und diese erwerben. Schwierig dabei ist bekanntlich die Sprachbarriere, wobei die eint oder andere Schalterbeamte auch mal lieber einfach den Schalter schliesst und wegrennt, wenn da ein Weisser steht, anstatt ihr Gesicht zu verlieren.
Ja, solche Dinge sind uns alle schon passiert. Doch irgnedwie konnten wir es immer irgendwie zurechtbiegen, traffen auf super intelligente Studenten, die uns dann mit ihren Englishkenntnissen geholfen haben. Auf besonders hoch frequentierten Strecken kommen mit den Ticketdealern dann noch eine Partei ins Spiel. Dubiose Händler kauffen für ihre «Reiseagenturen» einen gewissen Stock an Karten, die sie zu einem Aufpreis an die Touristen weiter verkaufen.
Da standen wir nun am Bahnhof von Guilin auf der Suche nach Fahrkarten. Wir haben beschlossen, damit wir auch bestimmt Fahrkarten bekommen, diese bereits jetzt zu erwerben. Da kam Chin ins Spiel. Er fing uns gleich beim Ausgang ab und wollte uns gleich seine Karten andrehen. Als wir ihm sagten, dass wir selbst erst rumsehen würden, waren wir für ihn Geschichte und er war bereits weiter mit anderen beschäftigt. Da standen wir nun in einem Wirrwarr von Agenturen, die alle ihre Karten verkaufen wollten – Nach Chengdu wollten sie uns schicken oder nach Xian. Aber das wollten wir doch nicht, nein wir brauchen eine Karte nach Kunming! Dort wollen wir die Hanna besuchen, die bekanntlich dort lebt.
Doch niemand hatte so eine Karte für uns. Mit unserem bescheidenen Chinesisch kamen wir schlichtweg nicht voran. So setzten wir uns bedeppert mitten auf den Platz und hätten mal wieder alles und jeden Anschreien können.
Da kam Chin an und fragte, ob er helfen könne, in feinstem Oxford Englisch. Und jetzt wurde es erst richtig dubios. An allen Securitys vorbei ging die Verfolgungsjagd durch den Bahnhof von Guilin. Mel wartete draussen, sie wollte nicht mehr. Und in mir machte sich langsam das Gefühl breit, dass ich bald irgendwo Tod in einer Gosse wieder aufwachen werde. Dann gings noch mal um die Ecke, über einen kurzen Balkon und dann übers Fenster, weil die Tür klemmt, in Chins Büro. Da sass zu meiner grossen Überraschung seine Frau und war fleissig am Telefonieren. Ich füllte alle Formulare aus, er machte Kopien der Reisepässe und händigte ihm etwas wiederwilig eine Anzahlung rüber. Klar, er will sich ja sicher sein, dass wir wieder kommen und die Tickets abholen – aber bin ich mir auch sicher, dass wenn ich mich nochmal hier her durchkämpfe, vorbei an den Rambos, durch Horrorfilmhinterrüren … mich hier auch Fahrkarten erwarten? Wie können alle anderen keine haben, China aber schon?
Ich dachte gar nicht weiter darüber nach und erzählte Mel nur die Kurzfassung, denn ich wollte mich jetzt nicht noch ne Stunde rechtfertigen, warum ich unser teueres Geld einem Schlepper gebe, ohne Gewissen obs klappt. Ich hätte erhlich gesagt auch keine Antwort gewusst.
Der Rest des Tages funktionierte dann Reibungslos. Wir haben einen Bus gefunden, der uns bis nach Yangshou gebracht hat, ohne uns abzuzocken.
Und das hat sich dann gelohnt. Yangshuo ist ein wahnsinns schönes Fleckchen Erde, vielleicht das schönste bislang hier in China. Gelegen in Mitten von Karst-Bergen sieht es aus wie bei Super Mario :D Natürlich ein Paradies für mich als frequenter Hüpfer. :D Den Rest des Tages verbrachten wir dann mit Recherche und abchecken, was man hier so tun und machen kann. Die Stadt ist sehr touristisch. Touristisch in China heisst nicht, dass es von westlichen Touristengruppen überrannt wird. Wenn ich von Tourismus spreche, dann meine ich ausnahmslos die Chinesen. Aber klar, es hat riesig Charme und liegt wunderschön im Delta des Li Rivers, dessen Wasser auch erstaunlich klar ist. Ueberall sieht man Reisfelder und Wasserochsen. Auch die traditionellen Fischer, die mit ihrem Kormoranen die Fische aus dem Fluss ziehen, gibt es hier. Das ist China, wie es mir gefällt. Leider konnten wir beim ersten Spaziergang die Dragon-Bridge nicht finden. Die ist berühmt, weil da gerne mal Touristen runter ins Wasser springen :D
Wir haben auch sofort Anschluss gefunden und haben mit Anne-Christine, Dänemark und Lukas, Deutschland, wunderbare Gespräche geführt. Der Lukas reist zur selben Zeit wie ich nach Tibet und wir haben eine ähnliche Einstellung gegenüber vielem. Der Einzige Unterscheid sind die Rastas, die seinen Kopf zieren. Ja, hier lässt es sich Leben. Auf der Rooftop-Bar, die Stadt überblickend mit den Bergen im Hintergrund … Die Strapazen warens wert. Wir haben uns mal eben vier Nächte eingebucht ^^.
Von heute an gibts am Ende des Blogs eine Weisheit von Konfuzius Luke.
1. Chinesen erfinden nicht, sie kopieren.
1b. Es gibt gar nicht so viele Fahrräder in China.

































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